Ingenieur- und Umweltgeophysik

Anwendungen Geophysikalischer Methoden im Ingenieur- und Umweltbereich liefern hochauflösende und räumlich zusammenhängende Daten. Damit ergänzen sie Untergrundmodelle, wo präzise Informationen fehlen, weil direkte Aufschlüsse nur punktuell vorliegen oder nicht möglich sind. Mit der Weiterentwicklung der der Messtechnik und Integration von Methoden und Auswertealgorithmen erweitert sich dieses Anwendungsspektrum.
Geologie & Geotechnik
Baugrund
Die zerstörungsfreie Vorerkundung des Baugrundes ist eine Klassische Anwendung der Ingenieur-Geophysik. Die Aufgabenstellungen umfassen die räumliche Erkundung der natürlichen Schichtverhältnisse, wie beispielsweise die Abgrenzung nicht tragfähiger, organischer Böden oder von Hohlräumen im Karst oder Altbergbau. Auch anthropogene Einlagerungen, wie Fundamente, Verfüllungen, Aufschüttungen und Altlasten sind oft Ziel der Erkundung. Die Auswahl der am besten geeigneten Methode oder auch Methodenkombination richtet sich nach der Größe und Tiefe des Objekts, dessen Materialeigenschaften und den Randbedingungen für die Erkundung.

Objektortung an der A100 in Berlin
Fundamente, Leitungen, Baumwurzeln
Ortung
Wir setzen nichtinvasive Methoden zur Ortung von Leitungen, Schächten, Brunnen, Hohlräumen und Baumwurzeln ein. Mit den Ergebnissen von Leitungsortungen werden Netzpläne im Vorfeld von Bauvorhaben aktualisiert, um Fehlaufgrabungen und Beschädigungen zu vermeiden. Die Auswahl der Methode richtet sich nach der Art des Objektes, der erwarteten Tiefe und dem Untergrund. Für metallische Leitungen kommen Magnetik und Elektromagnetik in Frage; im urbanen Umfeld ist das Bodenradar die vielfach die am besten geeignete Methode. Die Ortung von kleinen Leitungen und Baumwurzeln erfolgt durch die extrem hohe Auflösung von GPR-Messungen im GHz-Bereich.

Vorerkundung im Kieler Sanierungsgebiet Holtenau
Wurzelortung geschützter Bäume
Spanngliedortung und Bewehrungsortung, Erkundung von Fehl- und Hohlstellen
Zerstörungsfreie Prüfung
Für die zerstörungsfreie Prüfung zur Zustandsermittlung von Bauwerken und in Bauteilen steht uns eine breites Spektrum von GPR-Systemen zur Verfügung. Diese liefern Informationen zur genauen Lage von Bewehrungen, Spanngliedern und Rohren und helfen somit z.B. bei der Verifizierung von Bestandsplänen. Die sehr hohe Auflösung von Radarmessungen kommt auch bei Untersuchungen zu Schadensfällen zum Tragen, wenn Inhomogenitäten im Baukörper erfasst und bewertet werden sollen.

ZFP für den Aufstieg
U2 Klosterstraße, Berlin
Ortung von Leckagen und Drainagen, Grundwasserleiter & Hochwasserschutz
Wasser & Grundwasser
Die Wechselwirkung von Wasser und Boden hat wesentlichen Einfluss auf die Eigenschaften des Untergrundes und damit auch auf das Geophysikalische Untergrundmodell. Insbesondere die Methoden aus dem Kanon Elektrik/Elektromagnetik sind geeignet, um Wegsamkeiten und Leckagen zu lokalisieren und die Bodenschichten hinsichtlich ihres Wassergehalt und der Salinität nach Lage und Tiefe zu erfassen. Ein Schwerpunkt unserer Anwendungen ist die Erkundung von Grundwasserleitern im Lockergestein bis ca. 100 m Tiefe.







